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Schloss Rochlitz

Schloss Rochlitz
Walter Stuber
Ausflugsziele

Schloss Rochlitz so lebendig wie nie zuvor

Sie ist eine der ältesten Burganlagen in Sachsen und steckt dennoch voller Leben. Schloss Rochlitz schafft wie kaum ein zweites Bauwerk den Schulterschluss aus faszinierendem mittelalterlichem Handwerk und einem interessanten Kultur-Angebot für Jung und Alt. Wer jetzt sagt “drauf geschissen”, der hat recht, denn genau das ist einer der vielen Gründe für den Besuch von Schloss Rochlitz.

Romanische Architektur im gotischen Mantel

Bereits im Jahr 1009 nahm Thietmar von Merseburg Schloss Rochlitz in seine bedeutende Chronik auf. Damit zählt die mittelalterliche Anlage zu den ältesten Burganlagen in Sachsen. Jedem, der auf der B175 am gleichnamigen Ort Rochlitz vorbeifährt, fallen sofort die beiden “Jupen” ins Auge, die charakteristischen Türme im Westen. Als Aussichtstürme bieten sie einen imposanten Ausblick über unser wunderschönes sächsisches Land.

Bis die Burganlage schließlich Kultur-begeisterten Besuchern als Museum diente, musste sie viel über sich ergehen lassen. So wurde sie bereits als Jagdschloss, Prinzenschule, Witwensitz, Amtssitz, Verbannungsort, Staatsgefängnis, Gefangenenlager und Schulhort genutzt. Es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass das kunstvolle Bau-Handwerk im Inneren die Jahrhunderte und Weltkriege so gut überstanden hat.

Von Schlossdetektiven, Küchengeheimnissen und stillen Örtchen

Kultur und Handwerk spielerisch erleben – dafür besuchen Gäste aus Sachsen und der ganzen Welt Schloss Rochlitz. Vor allem die Sonderausstellung “Drauf geschissen 2.0” erzeugte große Resonanz in Reiseportalen und sozialen Medien. Mit Witzen, Anekdoten und interessanten Fakten erfahren Besucher, was die mittelalterlichen Schloss-Bewohner als Klopapier verwendeten und was sie auf dem “Stillen Örtchen” so trieben.

Doch auch die anderen Veranstaltungen begeistern Jung und Alt. So lösen kleine Schlossdetektive in den Erlebnisführungen kniffelige Rätsel, lernen spielerisch die alten Gemäuer kennen und stecken ihre Nasen in die Küchengeheimnisse der Schlossköchin. Sie hören von Märchen, Rittern und historischen Spielen. So lebendig wie heute war Schloss Rochlitz wohl noch nie.

Einsamer Patron für das Kultur-Erbe von Sachsen

Heute kann jeder die architektonische Leistung und das mittelalterliche Handwerk von Schloss Rochlitz bewundern. Den Erhalt verdanken wir vor allem dem Historiker, Museologen und Ethnografen Udo Baumbach, der 1959 die Leitung von Schloss Rochlitz übernahm und es bis zur Jahrtausendwende in ein wundervolles Museum verwandelte.

Als leuchtendes Beispiel zeigt Baumbach, dass ein einzelner Mensch unsere Kultur in Sachsen bewahren und für die Allgemeinheit interessant, aufregend und wundervoll zugänglich machen kann. Schon das allein ist einen Besuch im Schloss Rochlitz wert.

Meißen dä Stadd dor Schwerddor

Meißen
Walter Stuber
Allgemein

Unser Meißen – die schönste Stadt für Fummel, Wein und Porzellan

Mitten im Herzen von Sachsen blüht unser wundervolles Meißen. Bekannt ist die Stadt an erster Stelle für ihr außerordentliches Porzellan-Handwerk, berühmt für ihren Weinanbau im günstigen Klima des Elbtals und geliebt für die historischen Bauten in der Altstadt – die Stadt Meißen beeindruckt ihre Besucher in jeder Hinsicht.

Historische Bauten links der Elbe

Meißen darf sich über ein ausgezeichnet erhaltenes architektonisches Erbe freuen. Die historischen Bauten auf der linken Seite der Elbe haben den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden. So ragt die weiße Albrechtsburg, das älteste Schloss Deutschlands und Wiege der Meißner Porzellan-Manufaktur noch originalgetreu über die Elbestadt. Gleiches gilt für die markanten Türme des Doms zu Meißen, deren dunkle Patina von dem hohen Eisen- und Mangan-Anteil im lokalen Sandstein stammt.

Aus der Meißner Frauenkirche schallen die hellen Töne des eindrucksvollen Glockenspiels aus Meißner Porzellan, das erste spielbare Glockenspiel seiner Art. Das kunstvolle Handwerk aus Sachsen bleibt bis heute den Meißnern vorbehalten, denn andere Manufakturen versuchten bislang erfolglos, Glockenspiele aus Porzellan herzustellen.

Weinbau und modernes Leben rechts der Elbe

Kostbares Porzellan und historisches Bau-Handwerk sind nur ein Teil der umfangreichen Geschichte Meißens. Rechts der Elbe produziert Sachsen hervorragende Weine im nordöstlichsten Weinbaugebiet Europas. Ein günstiges Mikroklima und die lange Tradition des Weinanbaus in Sachsen helfen dabei, dass sich Sachsen inmitten der harten Konkurrenz um die edlen Tropfen gut behauptet.

Die Proschwitzer Weinberge sind ein gutes Beispiel dafür. Bereits im 12. Jahrhundert lieferte das Weingut um Schloss Proschwitz den Meißner Bischöfe einen Großteil der Messweine. Mit jedem Jahr verbesserten die Winzer die Qualität, wie Sie sich in den vielen Weinlokalen entlang der sächsischen Weinstraße selbst überzeugen können.

Die Fummel – genialer Idee der Meißner Bäcker

Beeindruckt vom Meißner Porzellan-Handwerk und den edlen Tropfen, welche sächsische Winzer im “hohen Norden” produzieren, dürfen sich Besucher der Stadt über eine weitere kulinarische Besonderheit freuen: die Meißner Fummel. Das luftgefüllte, zerbrechliche Feingebäck von der Größe eines Handballs spiegelt sächsischen Einfallsreichtum wider.

Der Sage nach mussten königliche Boten den Kurfürsten mit jeder Nachricht auch das fragile Backwerk in unversehrtem Zustand überbringen. Den Boten gelang die schwierige Aufgabe nur, wenn sie auf ihre viel geliebten Besuche in den Gasthäusern entlang des Weges verzichteten. So sicherte das Bäcker-Handwerk auf geistreiche Art den Informationsaustausch zwischen den Städten – sächsisch genial und einfach köstlich.

Ihr Dirk Eckart

Dor Dräsdner Stolln

Dresdner Stollen
Walter Stuber
Allgemein

Dresdner Stollen – der köstlichste Grund für einen Sachsen-Besuch zu Weihnachten

Ein wohliges Heimatgefühl verbindet nahezu jeden Sachsen mit dem traditionsreichen Dresdner Stollen. Das ganze Jahr warten wir voller Vorfreude auf Weihnachten, wenn wir endlich wieder in den aromatisch süßen Teig des Striezels beißen dürfen. Für seine Reinheit haben mittelalterliche Bäcker in Dresden gekämpft und Kurfürsten wurden für ihn zu Bittstellern beim Papst.

Original Dresdner Stollen nur aus Dresden

Kaum etwas erinnert uns Sachsen mehr an Weihnachten, als der unvergleichliche Geschmack Original Dresdner Stollens. Nicht zuletzt liegt das an dem harten Kampf, den unsere Vorfahren um den Erhalt der Qualität und gegen billige Nachahmungen geführt haben.

Sie flehten Kurfürsten Ernst und August an, gegen das päpstliche Butterbackverbot von 1450 einzuschreiten. Erst nach Jahren hatte Papst Innozenz VIII. ein Einsehen und erteilte den Bürgern von Dresden schließlich eine Ausnahmegenehmigung. Endlich durften die Sachsen ihren Striezel wieder mit echter Butter genießen, anstatt auf Leinen- oder Rübenöl auszuweichen.

Selbst die Namensrechte verteidigten sächsische Bäcker erfolgreich zur Sicherung der geografischen Herkunftsangabe auf europäischer Ebene. Daher dürfen sich zu Weihnachten alle Genießer darüber freuen, dass Original Dresdner Stollen wirklich aus Dresden stammt.

Was den echten Striezel auszeichnet

Das Backhandwerk hat Jahrhunderte an dem perfekten Rezept für den Weihnachtsstollen gearbeitet, bis Qualität und Tradition in Einklang standen. Die traditionelle Einbuchtung in der Mitte erinnert an das gewickelte Christkind in der Krippe. Über diese Mulde sickert die süße Zucker-Butter Masse in den Teig ein.

Einen fluffig weichen Teig werden Dresden-Besucher auf dem Striezelmarkt vergeblich suchen. In Sachsen mögen wir den Stollen massig und feucht, damit er seine Frische während der gesamten Adventszeit erhält. Zudem ist der Zuckeranteil gering, da seine leckeren Sultaninen sowie das Zitronat und Orangeat viel Süße mit sich bringen.

Ein Fluch mit süßem Ausweg

Einige alte Legenden in Sachsen drehen sich um das schwierige Handwerk des Stollen-Backens. So droht eine davon den hart arbeitenden Hausfrauen, dass sie schreckliches ereilen werde, wenn ihr Striezel zerbricht oder der Hefeteig beim Backen nicht aufgeht. Dem Fluch konnte nur entgehen, wer im darauffolgenden Jahr ein volles Dutzend verschiedener Stollen verkostet.

Für ihren pfiffigen Verstand waren und sind die Hausfrauen aus Dresden bekannt. Ob an dem Fluch etwas dran ist oder er eine schlaue Ausrede zum Naschen ist, darf jeder für sich entscheiden. Bei einem Dresden-Besuch im Advent lohnt sich in jedem Fall ein Besuch der sächsischen Stollenbäckereien. Frohe Weihnachten.

Ihr Dirk Eckart

Dor Oybin mit sei´m Glostor

Wandern in der Lausitz
Walter Stuber
Ausflugsziele

Wandern in der Lausitz - wo der Oybin über Sachsen wacht 

Der Drang nach draußen zum Wandern und Erkunden der Natur war nie größer. Lange genug haben wir uns in stickigen Räumen verschanzt. Wenn in Sachsen der farbenfrohe Herbst einzieht und die aufgehende Sonne die charakteristischen Umgebindehäuser der Lausitz anleuchtet, dann heißt es Wanderschuhe anziehen und raus in die Natur. 

Wanderlust im Smartphone-Format 

Auch der Boom der Outdoor-Apps hat längst den Wandersport erreicht. Wer behauptet denn, dass das Wandern im 21. Jahrhundert auf Stock und Karte beschränkt bleiben muss. Wander-Apps wie Komoot und Outdooractive sind zu Recht beliebt. Eins muss der digitale Wandervogel jedoch beachten: regelmäßig den Blick vom Display zu lösen und die eindrucksvollen An- und Ausblicke zu genießen, welche die Lausitz uns bietet. 

Also Wanderschuhe ausgepackt und mit der ganzen Familie zum Oybin gewandert, dem Sandsteinmassiv im äußersten Südosten von Sachsen. Hier warten neben einer grandiosen Natur mit frischer gesunder Bergluft die interessanten Bauwerke des Naturparks Zittauer Gebirge. Unsere Vorfahren ließen hier in der Lausitz die Burg und das Kloster auf dem Oybin, die einzigartigen Umgebindehäuser, die Teufelsmühle sowie die barocke Bergkirche am Aufgang zum Berg Oybin zurück. 

Umbegindehäuser - die verkannten Wahrzeichen der Lausitz 

Halten Sie die Augen auf, wenn Sie im südlichen Sachsen wandern. Hier stehen noch vereinzelt die eindrucksvollen Umgebindehäuser. Mit ihren kunstvoll verzierten Türstöcken, meist aus Granit oder lokal vorhandenem Sandstein, zeugen sie vom einstigen Wohlstand der Besitzer. Sie gelten als besonderer Haustyp, da Umgebindehäuser eine Mischung aus Blockhaus, Fachwerkhaus und Massivhaus darstellen. 

Zu erkennen sind Umgebindehäuser an den deutlich hervortretenden Umgebindebögen, auf denen die gesamte Last des Daches oder des oberen Stockwerks lastet. Was einst das Symbol für herausragende Handwerkskunst in der südlichen Lausitz und dem angrenzenden schlesischen und nordböhmischem Gebiet darstellte, drohen langsam zu verschwinden. Der Sächsische Verein für Volksbauweise e. V. setzt sich für die fachkundige Sanierung der Umgebindehäuser ein. 

Wandern zur Burg und zum Kloster Oybin 

Den Höhepunkt einer jeden Wanderung im Zittauer Gebirges stellt sicherlich der 514 Meter hohe Oybin dar. Er ist zwar etwas kleiner als der neben ihm gelegene Hochwald-Vulkan mit 749 Metern, dafür ragen auf ihm die Reste der Burg und des Klosters Oybin empor. Weit sichtbar wachte die Burg von Kaiser Karl IV. über zwei wichtige Handelswege durch Sachsen. Heute schauen die Ruinen den Sachsen beim Wandern zu. 

Wer mehr über das beliebte Motiv von berühmten Malern wie Caspar David Friedrich oder Carl Gustav Carus und dessen Geschichte erfahren möchte, kann dies direkt im Museum auf dem Gipfel des Oybin tun. Als interessante Unterbrechung vom Wandern lädt es Jung wie Alt zum Erkunden des einmaligen Ensembles von Natur und Architektur ein. Schauen Sie selbst und lassen Sie sich von einem der schönsten Orte der Oberlausitz inspirieren. 

Ihr Dirk Eckart  

Leipzscher Ollerlei

Leipziger Allerlei
Walter Stuber
Rezepte

Leipziger Allerlei – köstlich, regional und echt Sachsen  

Denken Sie an die sächsische Küche, läuft dem einen oder anderen Gourmet unter uns sicherlich bereits das Wasser im Munde zusammen. Hinter den kulinarischen Köstlichkeiten steckt jedoch mehr, als gutes Essen. Manchmal zeugen unsere vermeintlich einfachen Speisen auch vom Einfallsreichtum der Sachsen und ihren Tricks, Steuereintreiber hinters Licht zu führen.  

Bunte Geschmacksvielfalt in den Farben des Frühlings 

Zartgrüne Zuckerschoten, hellgelbe Karotten und weiße Spargelköpfe – eine wahre Farbenpracht, die Genießern in Sachsen vom Teller entgegenleuchtet. Auch zartschmelzender Kohlrabi und duftender Blumenkohl finden ihren Weg in die Mischung. Entgegen der weit verbreiteten Dosenkonserve und der Beilage gleichen Namens ist das echte Leipziger Allerlei in Sachsen ein komplettes Gericht. 

Das zarte Frühlingsgemüse richten wir an seinem Ursprungsort mit einer Soße aus frischen Morcheln, zarten Flusskrebsen und feinen Semmelknödeln an. Die regional erhältlichen Zutaten werden dafür einzeln gegart, in Krebsbutter geschwenkt und erst zum Schluss gemeinsam angerichtet. So verwandelt sich die bekannte Beilage in eine raffinierte Spezialität, die Genießer von weither in Leipzigs traditionsreiche Restaurants lockt.  

Gutes Essen gegen neugierige Steuereintreiber 

Sachsen waren schon immer erfinderisch. Der Legende nach hat sich der Stadtschreiber Malthus Hempel eine besondere List erdacht. Als Anfang des 19. Jahrhunderts die napoleonischen Streitkräfte durch Sachsen zogen, waren große Teile des Landes verarmt. Er empfahl seinen Leipziger Mitbürgern, ihren wertvollen Speck zu verstecken und “nur noch Gemüse” auf den Tisch zu bringen. Das ärmlich wirkende Essen sollte Bettler und Steuereintreiber vergraulen. 

Auch wenn es sich bei dieser Geschichte um eine Legende handelt, haben wir zumindest ein klares Indiz dafür, dass es sich so zugetragen haben könnte: Noch heute wird das Leipziger Allerlei in vielen Bereichen Deutschlands als reine Gemüsebeilage und nicht als gutes Essen angesehen. Regional gilt die Spezialität dagegen als Delikatesse, angereichert mit frischen Flusskrebsen oder pikanten Mettwürsten.  

Leipziger Küche lockt Feinschmecker und Gourmets  

Gutes Essen steht in Leipzig seit langem hoch im Kurs. Der historische Reichtum der Stadt drückt sich in vielen regionalen Gerichten mit seltenen oder extravaganten Zutaten aus. Von Singvögeln, die sich noch im Namen der süßen Gebäckspezialität “Leipziger Lerche” wiederfinden, bis hin zu den frischen Flusskrebsen aus der Pleiße, die dem Leipziger Allerlei seine ganz besondere Note verleihen. 

Viele Traditionsrestaurants in Leipzig servieren die lokalen Spezialitäten schon seit mehreren Jahrhunderten. Feinschmecker, Schlemmermäuler und alle, die gutes Essen zu schätzen wissen, dürfen uns gerne in Leipzig besuchen kommen. Schließlich schmeckt die regional bekannte Küche direkt vor Ort am besten.  

Ihr Dirk Eckart  

Dor Kohlrabiezirgus in Leipzsch

Kohlrabizirkus in Leipzig
Walter Stuber
Ausflugsziele

Manege frei für den Kohlrabizirkus in Leipzig 

Eine altes Wahrzeichen der Stadt erwacht in Leipzig zu neuem Leben und zieht Besucher aus ganz Sachsen an. Unter den beiden riesigen Kuppeln der ehemaligen Großmarkthalle finden heute Kultur-Events, Konzerte und Veranstaltungen der Wirtschaft statt. Von den Leipzigern liebevoll Kohlrabizirkus getauft, ist die Event-Location vor allem eines: rekordverdächtig. 

Historisches Wahrzeichen 

Wie die beiden Eier im Nest eines mythischen Riesenvogels ragen die Kuppeln der ehemaligen Großmarkthalle aus den Mauern hervor. Doch was hier ausgebrütet wird, sind keine Fabelwesen, sondern gute Ideen für Wirtschaft, Sport und Kultur. 

Bei ihrer Fertigstellung 1929 war die Großmarkthalle ein Meisterwerk sächsischer Baukunst. Mit 75 Metern Spannweite galt die weit sichtbaren Kuppeln bis 1960 als die größten Stahlbetonkuppeln der Welt. Allein die Südkuppel ist so gewaltig, dass Sie zwischen 2000 und 2012 der größten Indoor-Eislauffläche Deutschlands, dem 2200 m² großen Eisdom, ein viel besuchtes Zuhause bot. 

Etliche Kultur-Veranstaltungen, Flohmärkte und Konzerte zog es seither in die Nordhalle, wo bis zu 2.500 Personen gleichzeitig feiern und tanzen können. Die Nordhalle war zudem die Eishockey-Heimspielstätte der Icefighters Leipzig. 

Kultur in BAUHAUS-Architektur 

Die außergewöhnliche Architektur des Kohlrabizirkus lockt mittlerweile Besucher aus ganz Deutschland nach Sachsen. Kein Wunder, denn bei einer Nutzfläche von 30.000 m² bleibt jede Menge Raum für kreative Geister und expressionistische Veranstaltungen. Kultur findet in Sachsen immer einen Ort. 

Die Techno-Partys des “Instituts für Zukunft” (IfZ) gelten bereits als legendär und scheuen nicht einmal den Vergleich mit dem Berliner Berghain. Daneben wird es seit 2013 regelmäßig bunt und laut, wenn beim KonfettiSMASH Partygäste mit Musik und ausgestanzten Papierschnipseln die ehemalige Großmarkthalle zum Beben bringen. Selbst das Mittelalter-Festival ”Leipziger Umschlag” konnte 9000 Besucher unter den Kuppeln begeistern. 

Interesse seitens der Wirtschaft 

Der Erfolg des Kohlrabizirkus als Event-Location weckt Begehrlichkeiten aus der Wirtschaft. Eingebettet zwischen dem Technologie- und Gründerzentrum Bio City Leipzig sowie den Fernseh- und Filmproduktionsstätten der Media City Leipzig besitzt das Areal großes Potenzial. Wachstumsstarke Unternehmen finden hier im Südosten der Stadt eine hervorragende Ausgangslage zur Verwirklichung innovativer Ideen und Konzepte. 

Die Pläne der Vicus Group als Eigentümer sehen eine Revitalisierung der Bestandsgebäude vor sowie Erweiterungen durch Neubauten. Dabei soll zum einen ein Inkubator für innovative, forschende und kreative Unternehmen entstehen. Zum anderen stehen Überlegungen im Raum, den Kohlrabizirkus als Sport- und Freizeitzentrum auszubauen. 

Wer weiß, vielleicht gilt Ihr nächster Leipzig-Besuch schon der einzigartigen Kletterhalle, dem aufregenden Trampolinpark oder der riesigen Eisarena. Sachsen hat immer etwas Neues zu bieten. 

Ihr Dirk Eckart 

Glück auf aus Roßwein

Glück auf aus Roßwein
Walter Stuber
Allgemein

Ein Wanderweg zwischen Zukunft und Vergangenheit 

Regional, lehrreich und ein Bindeglied zwischen Zukunft und Vergangenheit in Mittelsachsen - so präsentiert sich der neue Rundwanderweg in Roßwein. Dass Sachsen und Besucher jetzt unser UNESCO-Weltkulturerbe zu Fuß erleben dürfen, liegt vor allem am beeindruckenden Engagement des Denkmalpflegers Ulrich Bänsch sowie den beiden Wanderwegwarten Kerstin und Jens Pigorsch. 

Silberbergbau in Sachsen 

Einst versprach der regional bestimmende Bergbau den Roßweinern eine goldene Zukunft oder genauer genommen, eine silberne Zukunft. Seit dem 12. Jahrhundert übten die Silberkvorkommen des Erzgebirges auf viele Sachsen eine große Anziehungskraft aus. Sie strömten aus allen Ecken nach Mittelsachsen und siedelten sich rund um Roßwein an. So entstand die Montanregion Erzgebirge/Krusnohori, die heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. 

Die Verleihung des Titels “Bergstadt” im 18. Jahrhundert zeigt auf, wie lange und welche regional unschätzbarere Bedeutung der Bergbau für Roßwein darstellt. Diesen wichtigen Teil der Stadtgeschichte für die Zukunft und alle Sachsen zu bewahren, das ist das Ziel des neuen Rundwanderwegs. 

Ein Lehrpfad als Staffelstab regional interessierter Akteure 

Es ist schon großartig, was hier in Mittelsachsen erschaffen wurde, auch wenn der Bergbauwanderweg nicht der erste in Mittelsachsen ist. Bereits seit 1985 führt ein ähnlicher Lehrpfad durch den Gersdorfer Forst. Neu ist allerdings, dass die Idee von Denkmalpfleger und Naturschützer Ullrich Bänsch jetzt in die Tat umgesetzt wurde, den vorhandenen Weg fortzuführen. Der Denkmalpfleger selbst fand und dokumentierte für das Projekt 34 regional bedeutsame Bergbaugebäude rund um Gleisberg, Wolfstal und Roßwein. 

Das Gros der Arbeit leistete danach das Ehepaar Kerstin und Jens Pigorsch. Als ehrenamtliche Wanderwegwarte planten sie die Kurse und Beschilderungen und brachten rund 20 Schautafeln am Wegesrand an. Über ihre großartige Initiative freuen sich jetzt Besucher und Bewohner von Mittelsachsen, die beim Wandern mehr über die interessante Geschichte des Silberabbaus in Roßwein erfahren. 

Jetzt für alle geöffnet 

Nicht einmal das Corona-Virus konnte die Engagierten davon abhalten, ihr Herzensprojekt noch vor dem Sommer zu eröffnen. Pandemiebedingt musste eine geplante Eröffnungsfeier leider ausfallen, die Freigabe für Wanderlustige aus Sachsen und Umgebung fand aber trotzdem statt. Das ist auch gut so, denn auf den Lehrpfad dürfen Bänsch und die Pigorschs durchaus stolz sein. 

Wenn Sie jetzt die Wanderlust gepackt hat und Sie planen, in Zukunft einmal nach Roßwein in Mittelsachsen kommen, dann folgen Sie den pink- und türkisfarbenen Schildern. Sie weisen mit Schlägel und Bergeisen die 4,8 und 9,1 Kilometer langen Wanderwege aus, die Sie zu den Resten der mittelsächsichen Bergbaugeschichte führen. Sowohl die Bergbau-Historie, wie auch der Bergbauwanderweg selbst sind leuchtende Beispiele für den Schaffensdrang regional interessierte Sachsen, die sich etwas in den Kopf gesetzt haben. 

Ihr Dirk Eckart  

Dä Leipzscher Seenblattä – Erholung und Radwandern in Sachsen

Walter Stuber
Ausflugsziele

Sachsens wundervolles und abwechslungsreiches Landschaftsbild scheint, als hätten die Götter mit ihm einen Design-Wettbewerb gewonnen. Touristen finden hier alles. Mit Mut und Konzentration erklimmen sie Klettersteige in der sächsischen Schweiz, strömen für Kunst und Kultur in die Städte und finden Erholung beim Radwandern an der Leipziger Seenplatte. Beim Leipziger Neuseenland haben die Sachsen der Mutter Natur die Arbeit abgenommen.

Entstanden aus Mut und Weitsicht

Die Leipziger Seenplatte bietet Erholung pur. An weißen Sandstränden aalen sich die Sonnenanbeter für den perfekten Teint. Auf dem Wasser paddeln Kanuten gemächlich durch Verbindungskanäle von See zu See. Hervorragend ausgebaute Rad- und Wanderwege sind bevölkert von Sportlern und Familien, die beim Radwandern ausgleichende Erholung von ihrem turbulenten Arbeitsalltag finden. Selbst im Frühjahr findet der eine oder andere Mut für ein kurzes Bad in den kühlen Fluten der jüngsten Seen in Sachsen.

Diese idyllische Seenlandschaft ist dem Mumm weitsichtiger Planer zu verdanken. Sie brachten den Mut auf, um aus dem Areal des scheidenden Braunkohleabbaus ein kleines Paradies zum Schwimmen, Erholen und Radwandern zu kreieren. Einen besseren Ort hätten Sie in Sachsen nicht finden können. Rund um Leipzig erstreckt sich die Landschaft als weite Flächen, die ebene Radwege und künstliche Seen erst zulassen.

Mit dem Einfallsreichtum der Sachsen

Während der Braunkohleabbau mit 40 Millionen Tonnen jährlich weiterhin auf hohem Niveau vorangetrieben wird, entstehen gleichzeitig in den zurückgebliebenen Abbauflächen Naturoasen für Erholung, Hochwasserschutz und Freizeitaktivitäten. Ja, wirtschaftliches Denken und umweltbewusster Hochwasserschutz kann gleichzeitig einen deutlichen Mehrwert für Bevölkerung und Tourismus schaffen. Sächsischer Einfallsreichtum tritt mit der Leipziger Seenplatte den Beweis dafür an.

Rund 70 Quadratkilometer renaturierter Wasserfläche soll der Seenverbund später haben. Schon jetzt lockt die Region unzählige Touristen an, die auf den gleichzeitig geschaffenen Rad- und Wanderwegen Sachsen von seiner grünsten Seite kennenlernen. Start-up Unternehmen locken Adrenalinhungrige an, die mit einem Jetlev und Wasserdruck über die Seenfläche fliegen. Hotels und Gastronomen finden in Familien neue Kunden, die das Radwandern als gemeinsames Erlebnis für sich entdeckt haben. Mit Mut und Beständigkeit beweist Sachsen, dass sein Blick fest auf die Zukunft ausgerichtet ist.

Eile ist geboten

Wer den Umbauprozess noch selber miterleben möchte, muss sich beeilen. Die meisten Wasserflächen im Leipziger Neuseenland sind bereits komplett geflutet. Nur noch Domsener See, Pereser See, Greitzscher See und Schwerzauer See warten auf Ihr Flutungsende, das voraussichtlich 2060 erreicht sein wird.

An den 15 anderen Seen dürfen Sie sich bereits im weißen, feinen Sand der Strände ausruhen, über schattige Radwanderwege radeln und Kanutouren von einem See zum anderen unternehmen. Für letzteres Vergnügen sind extra Kanäle angelegt, die zum Erkunden der gesamten Seenlandschaft einladen.

Ein Urlaub für die Erholung lohnt sich in Sachsen immer. Mit der Naturlandschaft aus Menschenhand gibt es jetzt noch weitere Gründe, sich im Leipziger Umland verbrauchte Energien beim Baden, Segeln oder Radwandern zurückzuholen.