D’ Fäng – Der Pfennig

Pfennig
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Gedichte

Gestern kofte ich mir was – neinzehn Fänge machte das
auf zwe Groschen kricht’ ich wieder – enen Fäng vom Händler wieder.
Druf beguckt’ ich mit men Oogen – diesen Fäng, der war verbogen.
Abgegriffen, ziemlich dreck’sch – und die Jahreszahl ganz speck’sch.
Mit ’ner Nadel, still und stumm,- mert ich an dem Fänge ’rum.
Und da hat sich ’rausgestellt, – daß der Fäng und ich zur Welt
sin im gleichen Jahr gekommen – und zusamm’ ins Läm geschwommen.
Traurig tat ich konstatieren: – Die Jahrzehnte ruinieren
die Figur und ooch den Täng – ’s ist beim Menschen wie beim Fäng.

Lene Voigt ( sächsische Mundartdichterin 1891-1962 )

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