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Dä Burg Stolpen

Burg Stolpen
Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Burg Stolpen: Handwerk in Sachsen, das sind Werte von Dauer

Gebaut und erweitert, umgebaut und abgebrannt, Wiederaufbau und Abriss – Burg Stolpen blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Sie wurde damit zum Symbol für das unermüdliche Handwerk in Sachsen. Mit Schweiß und Durchhaltevermögen schufen Handwerker auf dem BasaltbergStolpen eine Verteidigungsanlage, die stets an die aktuellen Bedürfnisse angepasst wurde – ein herausragendes Zeichen für gute Handwerkskunst.

Verankert in einer bewegten und bewegenden Geschichte

Weithin sichtbar erinnert uns die Burg Stolpen in Sachsen daran, dass ein erfolgreiches Handwerk sich stetig neu orientiert. Erste urkundliche Erwähnung als Verwaltungssitz rückten Stolpen auf die Landkarte der Geschichte. Es folgten Jahrhunderte erfolgloser Belagerungen durch Hussiten, kaiserliche Kroaten und Schweden, sowie bauliche Ergänzungen durch den Schösserturm, Johannisturm, Kornhaus und Umbau zum werhaftenRenaissance-Schloss und schließlich zur Festung.

Erst der große Stadtbrand 1723 und der Verlust an die preußische Armee, welche die Burg 1757 aus militärischer Überlegung abrissen, konnte der Verteidigungsanlage ernsthaft schaden. Doch nur ein Jahr lang, denn schon 1758 wurde nach der Rückeroberung durch Sachsen hier eine Garnison stationiert. Marode Gebäude wurden später aus Sicherheitsgründen abgerissen, nur um für die Verteidigung gegen Napoleon wieder aufgebaut zu werden, welcher sie sprengte. Erst mit der Restaurierung für touristische Zwecke 1859 kehrte auf dem Basaltberg etwas Ruhe ein.

Wasserversorgung als Symbol für sächsisches Handwerk

Nein, das soll hier kein Geschichtsunterricht werden. Vielmehr zeigt uns die bewegte Geschichte der Burg Stolpen, wie sehr das Handwerk ein Spiegelbild der Zeit ist. Die Wasserversorgung auf dem Basaltberg ist ein gutes Beispiel dafür.

Bis ein Bergmeister aus Freiberg 1563 die Wasserkunst errichtete, wurden Zisternen in der Burg teils als Fronpflicht des Dorfes von Hand mit Wasser befüllt. Als Wasserkunst wird das Handwerk bezeichnet, eine lokale Wasserversorgung über Wasserräder und hölzerne Leitungssysteme zu bauen. In Stolpen überbrückte der Bergmeister dafür ohne Einsatz von Pumpen rund 100 Höhenmeter - beeindruckend.

Gleichermaßen schwierig gestaltete sich 1608 das Bohren des Tiefbrunnens im harten Basalt. „Gebohrt“ wurde mit Feuer, durch Erhitzen und rasches Abkühlen des Gesteins. Erst nach 22 Jahren harter Arbeit stießen die Arbeiter in über 80 Metern Tiefe auf Wasser. Zisternen-Lager, Wasserkunst und Tiefbrunnen - das ist sächsisches Handwerk auf dem Stand der Technik seiner Zeit.

Handwerk hat Wert

Heute lernen wir aus der Geschichte der Burg Stolpen vor allem eines: Wir Sachsen sind begabt darin, für jede Herausforderung eine Lösung zu finden und diese Lösung zielstrebig bis zum Ende zu verfolgen.

Eine Burg, die Jahrhunderte lang den Angriffen ihrer Belagerer standhält und erst nach Übergabe an die Preußen ernsten Schaden nahm, zeugt von der Qualität der Arbeit, die sächsische Handwerker hier leisteten. Qualität ist eine Eigenschaft, die sich häufig erst in den Geschichtsbüchern zeigt.

Kommen Sie nach Stolpen und schauen Sie sich dieses sächsische Denkmal für Ingenieurskunst und Handwerk auf dem Basaltberg aus der Nähe an.

Euer Dirk Eckart 

Amalie Dietrich- dä Käuterhäxä aus Siebln

Amalie Dietrich
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Amalie Dietrich – unsere Kräuterhexe aus Siebenlehn 

2021 ist ein Jahr, in dem sich viele Sachsen mit Gesundheit und Heilkunde beschäftigen werden. Für die Geschichte von Siebenlehn ist das gerade angebrochene Jahr aber zusätzlich auch ein großes Jubiläum. Amalie Dietrich kam nämlich genau vor 200 Jahren in Siebenlehn in Sachsen zur Welt. Ein guter Augenblick, um einen genaueren Blick auf Sachsens Königin der Kräuter zu werfen.

Echt sächsisch und international

Ein Platz in Dresden trägt ihren Namen, sowie Straßen in Hamburg und Rendsburg. Außerdem bildet das Etikett des weit bekannten Wilthener Gebirgskräuterlikörs sie mit rotem Kopftuch bei der Kräutersuche ab. Die Geschichte um Amalie Dietrich ist nicht nur echt sächsisch, sie ist vor allem international. Die liebevoll als „Kräuterhexe“ bezeichnete Amalie Dietrich liebte das Reisen und war von einer unbändigen Neugier über alle Pflanzen und Kräutern der Erde angetrieben.

Von Sachsen bis nach Bukarest, vom österreichischen Salzburg bis ins australische Brisbane – überall sammelte die sächsische Königin der Kräuter seltene Pflanzen und das Wissen um deren Heilwirkung. Das Museum für Natur- und Völkerkunde in Hamburg veröffentlichte regelmäßig Kataloge ihrer neuen Entdeckungen, welche die Naturforscherin regelmäßig zurück nach Hause schickte. Diese Hingabe war nicht nur echt sächsisch, sie brachte Amalie Dietrich auch eine Stelle als Kustodin im Botanischen Museum von Hamburg ein.

Eingegangen in die Geschichte

1821 in Siebenlehn als Amalie Concordia Nelle geboren, heiratete sie 1846 den Apotheker Wilhelm Dietrich. Durch ihn entdeckte sie die Liebe zur Botanik, als sie Heilkräuter für das Geschäft ihres Mannes suchte. Da die sächsische Mentalität dafür bekannt ist, niemals halbherzig beim Erledigen einer Aufgabe zu sein, begab sich Amalie mit unendlichem Eifer an das Aufspüren bisher unbekannter Pflanzen.

Die Entdeckungen von nahezu 640 neuen Pflanzenarten werden ihr zugeschrieben, was sie zu einer der bedeutendsten Naturforscherinnen Deutschlands emporhebt. Algen, Sonnentau-Arten, Moose und Wespenarten tragen heute ihren Namen und alles begann, echt sächsisch, mit reiner Neugier.

Wenn Sie das nächste Mal ein Wilthener Gebirgskräuterlikör in der Hand halten, dann denken Sie an unsere liebe Kräuterhexe aus Sachsen und ihre bewegte Geschichte. Für unsere Gesundheit ging Amalie Dietrich buchstäblich um die halbe Welt. Erheben Sie das Glas in Gedenken und prosten Sie Amalie zu ihrem 200. Geburtstag zu.

Ihr Dirk Eckart

Am Randä vun Saggsn, däs schoss torschau – Schloss Hartenfels

Schloss Hartenfels
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Baukunst, Bären, Brückenschlag – so schön ist Schloss Hartenfels in Sachsen

Schloss Hartenfels in Sachsen ist ein Juwel für Freunde deutscher und internationaler Geschichte. Hier arbeitete Luther maßgeblich am neu geschaffenen Protestantismus, hier regierte Friedrich der Weise als Kurfürst von Sachsen und hier markierte der Handschlag zwischen US-amerikanischen und sowjetischen Truppen das Ende des 2. Weltkrieges. Neben der Geschichte zieht aber gerade die Touristik rund um das Renaissanceschloss Besucher aus alle Welt an.

Von Kurfürsten, Kommandeuren und Kinderspaß

Torgau, im Norden von Sachsen, beherbergt am Westufer der Elbe ein Schmuckstück der Touristik. Auf dem festen Gestein des Porphyrfelsens steht Schloss Hartenfels, groß und elegant mit einer bewegten Geschichte. Erst dienten die schützenden Mauern als Burg, die Kurfürst Friedrich III. während der Renaissance zu dem prunkvollen Anwesen ausbauen ließ. Sein bekannter Freund und Berater Martin Luther formte hinter den ehrwürdigen Mauern die Grundzüge des Protestantismus. Kurz vor seinem Tode weihte Luther persönlich die neue Schlosskapelle als erste für den Protestantismus gebaute Kirche ein.

Wie als Kulisse für einen heroischen Hollywood-Streifen ragte Hartenfels neben der gesprengten Elbbrücke hervor, als sich Ende des 2. Weltkrieges hier die Truppen der US-amerikanischen und sowjetischen Armeen zum ersten Mal begegneten. Bei so bedeutender Geschichte mag einem das nahegelegene älteste Spielzeuggeschäft in Deutschland beinahe als Randnotiz erscheinen.

Touristik-Attraktion Nummer 1: der Wendelstein

Mit Schloss Hartenfels hat Baumeister Arnold von Westfalen seiner Schule ein weiteres Meisterwerk hinzugefügt. Steht ein Besucher im Hof der Anlage, fällt der Blick unweigerlich auf den 20 Meter emporragenden Wendelstein, ein frei stehender Treppenturm ohne die sonst übliche Mittelsäule. Schon im Jahr 1900 nennt das Verzeichnis der bedeutendsten Kunstdenkmäler im deutschsprachigen Raum den Wendelstein als eine der architektonischen Hauptleistungen der Frührenaissance in Deutschland.

Als lebendes Stück Geschichte zählt auch eine weitere Touristik-Attraktion auf Hartenfels: der Bärengraben. Einst beherbergte er bis zu 30 Bären, ursprünglich gefangen von Herzog Friedrich dem Streitbaren. Die heutigen Bewohner führen Ihr bäriges Leben als Nachkommen aus dem Leipziger Zoo.

Touristik abseits des Schlosses

Genug der geistigen Bildung schließlich bietet ein Hartenfels-Besuch weit mehr als ein Tag in der Schule. Große und kleine Abenteurer finden in der Nähe der Schlossanlage genügend Unterhaltung, die einfach nur Spaß macht.

Carl Loebner, das älteste Spielwarengeschäft der Welt, bringt seit 1685 Kinderaugen zum Leuchten. Ähnliches gilt für das Braumuseum in Torgau, auch wenn dessen Besucher schon größer und dem Kindesalter entwachsen sind. Groß sind auch die Bewohner der Straußenfarm in Naundorf, die sich gerne von uns menschlichen Zweibeinern streicheln lassen. Noch größer sind die Dimensionen in der Sternwarte „Juri Gagarin“ in Eilenburg, die für Sie die Sterne vom Himmel holt.

Lust bekommen? Dann machen Sie sich gleich auf den Weg und bestaunen Sie Schloss Hartenfels bei Ihrem nächsten Urlaub in Sachsen.

Dirk Eckart

Geschichte hautnah – so haben Sie Dresden noch nie gesehen

Geschichte
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Geschichte hautnah – so haben Sie Dresden noch nie gesehen

Sie blicken aus den Fenstern Ihrer noblen Kutsche zum aufgeregt winkenden Volk. Gekleidet in barocke Kleider und prunkvolle Perücken strömen sie zum Zwinger in Dresden, wo Friedrich August, Kurfürst von Sachsen, zur Jahrhunderthochzeit in seiner Heimat erwartet wird. Dass Sie die Geschichte unserer wunderschönen Heimat live erleben dürfen, liegt am Einsatz von Virtueller Realität und dem Erfindungsreichtum junger Unternehmer.

TimeRide – Zeitreise ins barocke Dresden

Niemand kann behaupten, die Geschichte von Sachsen sei langweilig. Doch so lebendig wie heute war die Geschichte unsere Heimat noch nie. Dafür sorgt das junge und engagierte Team von TimeRide. Historiker, Netzwerkspezialisten, Künstler und Maschinenbauingenieure kamen in Dresden zusammen, um der Geschichte dieser wundervollen Stadt virtuell neues Leben einzuhauchen. Heraus kam ein visuelles Abenteuer, bei dem Sie persönlich mitten im Geschehen sind.

Dass die heimatverbundenen Unternehmer ausgerechnet Dresden als Ziel der virtuellen Zeitreise gewählt haben, überrascht wohl niemanden. Kaum eine Stadt bietet dem Auge so viel, wie das Elbflorenz in Sachsen. Mit dem Zwinger als eines der bedeutendsten Bauwerke des Barocks liegt auch die Wahl der Periode rund um Kurfürst Friedrich August I. nahe.

Wie TimeRide die Geschichte unserer Heimat in Szene setzt

Der Besuch beim virtuellen Reiseveranstalter TimeRide ist ein Erlebnis für kleine und große Zeitreisende. Hier erleben Menschen, die in Sachsen Ihre Heimat gefunden haben und Besucher, die sich für die Geschichte von Dresden interessieren den Beginn der Neuzeit. In einer computergenerierten Welt sind Sie Besucher zwischen höfischen Tanzstunden und schwieriger Küchenarbeit.

Ihre Reise startet im Spiegelkabinett, wo Ihr Spiegelbild historische Kleidung und Kostüme anprobiert. Weiter geht es im Lichtspielhof mit informativen Filmsequenzen, die Ihnen erste Eindrücke vom höfischen Leben zur Zeit des Barock geben. Es folgt das Highlight der Tour, die virtuelle Kutschfahrt. Mit aufgesetzter VR-Brille sitzen Sie in einer goldenen Kutsche, die Sie durch das barocke Sachsen fährt. Wohin sie auch blicken, überall um Sie herum sehen und erleben Sie Dresden, wie es einst wirklich existierte.

Unternehmertum mit Mut und Verstand

TimeRide ist weit mehr als eine weitere Touristenattraktion für Dresden. Das junge Unternehmen ist ein gelungenes Beispiel dafür, was Unternehmer mit ein wenig Mut leisten können. Es ist eine großartige Idee, neue Technologien so anzupassen, dass sie einfach, intuitiv und emotional eines der interessantesten Kapitel unserer Geschichte vermitteln. Dazu gehörte sicherlich viel Mut und eine gehörige Portion Weitsicht.

Das Ergebnis gibt dem Unternehmen jedoch recht. TimeRide ist ein Erlebnis, ein Abenteuer, das sicherlich viele Besucher von Dresden auf Ihre Wunschliste schreiben werden. Bleibt zu hoffen, dass viele zukünftige Gründerinnen und Gründer erkennen, wie groß die Chancen sind, die ihnen die Heimat Sachsen für ihre Selbstständigkeit bietet.