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Dä sächschn Erfindor

Kaffeefilter
Walter Stuber
Allgemein

Dä sächschn Erfindor, Ideenreichtum und Handwerk - Unternehmer in Sachsen sind erfinderisch

Nicht jede Erfindung geht um die Welt – doch aus Sachsen stammen viele weltbekannte Errungenschaften. Jeder hat wohl schon einmal mit einer Filtertüte Kaffee gebrüht oder Tee mit einem Doppelkammer-Beutel hergestellt. In der Weihnachtszeit reist auch der Dresdner Christstollen in alle Welt und demonstriert, dass im sächsischen Freistaat Handwerk, Unternehmergeist und Ideenreichtum Hand in Hand gehen.

Kaffeesachsen und ihre Liebe zum Kaffee

Unsere Liebe in Sachsen zu dem duftenden Heißgetränk ist so sprichwörtlich, dass schon die Brüder Grimm das Wort “Kaffeesachse” in ihr Wörterbuch aufnahmen. Nur in Meißner Porzellan mit Blumenmalerei durfte ein Unternehmer gemäß Leipziger Kaffeehaus-Ordnung von 1697 Kaffee ausschenken. Der Kaffee sollte in Sachsen so stark sein, dass die Blümchen nicht mehr zu erkennen waren. Was störte, waren jedoch die Kaffeekrümel in der Tasse.

Um Abhilfe zu schaffen, probierte Melitta Benz einiges aus. Erfolgreich war sie, als sie Löschpapier aus den Schulheften ihrer Kinder in ein selbst gestanztes Sieb einlegte und so die unangenehmen Brösel herausfilterte. Ihre Erfindung brachte der Dresdnerin viel Lob ein, sodass Sie gemeinsam mit Ihrem Ehemann ein Handwerk zur Filterproduktion aufbaute. Mit einem Patent und 73 Pfennigen Eigenkapital gründeten sie 1908 die Firma, die heute zur internationalen Melitta-Unternehmensgruppe herangewachsen ist.

Die Neu-Erfindung des Teebeutels für Teekanne

Neue Kunden wollte Unternehmer Thomas Sullivan gewinnen, als er 1908 kleine Probierpakete Tee in die ganze Welt versandte. Zur Kostenreduktion wählte er dafür leichte Seidensäckchen statt schwere Metalldosen. Die Empfänger fanden das praktisch und kochten die Blätter gleich in der Verpackung. In Verruf kam die versehentliche Erfindung, als Nachahmer ähnliche Säckchen mit minderwertigen Kräutern befüllten.

Später nutzten Dresdener Unternehmer der Firma Teekanne den Teebeutel für die Truppenverpflegung. Doch die Maschine zum Befüllen stockte häufig und brachte die Produktion zum Stoppen. Für frische Ideen übergaben die Sachsen das Problem ihrem besten Lehrling Adolf Rambold. Dieser erdachte die Erfindung des Doppelkammer-Teebeutels und einer darauf optimierten Befüllmaschine. Weltweit zählt der Doppelkammer-Beutel heute als die am weitesten verbreitete Art, Tee in Einzelportionen zu verkaufen.

Die Ampelfrau und weitere moderne Erfindungen

Auch heute packen Unternehmer und Unternehmerinnen in Sachsen kräftig an, um mit ihren einfallsreichen Erfindungen unser Leben angenehmer, gerechter oder umweltfreundlicher zu gestalten. Seit 2004 gibt in Zwickau die erste Ampelfrau den Fußgängern grünes Licht zum Überqueren der Straße. Im Frisör-Handwerk spart seit 2008 die Mikrostrahldüse Heidi Wasser, eine Erfindung von Heidrun und Siegfried Rösler aus Friedersdorf - alles Made-in-Sachsen.

Mit Innovationspreisen und Wettbewerben halten Handwerk, Medien und das Land Sachsen diese lange Tradition am Leben und fördern die Innovation. Vielleicht haben auch Sie schon lange eine Idee im Hinterkopf, mit der Sie Ihren und unseren Alltag verbessern möchten. In Sachsen finden Sie die richtige Umgebung und Bedingungen, um ganz groß durchzustarten. Wir freuen uns auf Ihre Einfälle.

Euer Dirk Eckart

Dä Scheenhärrfobrigg in Chemnz

BüroPerfekt Chemnitz
Walter Stuber
Allgemein

Smart und kreativ -die Umnutzung der Chemnitzer Schönherr-Fabrik

Seit 1851 zeugt die Schönherr-Fabrik vom Industriegeist der Sachsen. Die einstige Webstuhlfabrik gehört zum Stadtbild von Chemnitz, wie das Wasserschloss Klaffenbach oder das Karl-Marx-Monument. Webstühle werden auf dem Areal längst keine mehr hergestellt, doch fanden clevere Unternehmer ein neues Wirtschaftskonzept für das sanierte Fabrikgelände.

Ein Stück sächsischer Industriegeschichte

Sie stehen unter Denkmalschutz, die historischen Fabrikhallen des Louis F. Schönherr, die Sachsen einst unabhängig von englischen Importen machte. Die Webstuhlfabrik galt als eines der größten Unternehmen seiner Art und trug maßgeblich zum guten Ruf der Stadt als Maschinenbaustandort bei. Mehr als 1.600 Mitarbeitern gab Schönherr hier eine Arbeit, in den Produktionsstätten, der Gießerei und sogar der eigenen Betriebsfeuerwehr.

Wegen ihrer gewaltigen Grundfläche von 82.000 Quadratmetern und dem vernachlässigten Zustand galten Nutzung oder Verkauf des einmaligen Fabrikensembles bis vor kurzem als praktisch unmöglich. Unmöglich scheint für kreative Unternehmer in Sachsen jedoch ein Fremdwort zu sein.

Umnutzung statt Abriss

Mutig und kreativ entwarfen heimische Unternehmer ein Sanierungskonzept, das sowohl den denkmalgeschützten Fabrikhallen, wie auch der hervorragenden Infrastruktur gerecht wird. Unter der Marke schönherr.fabrik entstand ein repräsentativer Gewerbe- und Handelsstandort, der die Gesamtheit der Fabrik in wirtschaftliche Segmente unterteilt.

Das Konzept der Umnutzung und Sanierung ging auf. Seit der Revitalisierung haben sich in den unzähligen Büros, Werkstätten, Lagern, Sportstätten, Schulungseinrichtungen und gastronomischen Einheiten mehr als 100 Unternehmen angesiedelt. Rund 1.000 Mitarbeiter aus Chemnitz und ganz Sachsen freuen sich jeden Tag, in hellen, luftigen und modernen Räumen ihrer Arbeit nachzugehen.

Tagungen vom Unternehmer-Netzwerk BNI

Für uns ist die schönherr.fabrik mehr als ein abstraktes Erfolgsrezept, von dem der eine oder andere in der Zeitung liest. Unser Business Network International (BNI) genießt regelmäßig die hervorragenden Bedingungen und das angenehme Ambiente, welche die Fabrikküche der schönherr.fabrik für Tagungen und gesellschaftliche Zusammenkünfte bietet.

Von außen erinnern die historischen Gebäude noch sehr an die Zeit der Industrialisierung in Sachsen. Das Innenkonzept ist jedoch kreativ und modern an die Bedürfnisse unserer Zeit angepasst. Gewerbliche Mieter haben ein echtes Mitspracherecht bei der Gestaltung und Anpassung an ihre individuellen Anforderungen. Durch die Umnutzung hat die schönherrfabrik einen zeitgemäßen Wirtschaftsstandort geschaffen, der für Kunden und Beschäftigte gleichermaßen attraktiv ist.

Boden-Recycling schützt Sachsens Grünflächen

160.000 Hektar – so groß ist die Fläche, die in Sachsen durch Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt sind. Das entspricht 400 Quadratmeter pro Einwohner. Jeden Tag (!) gehen weitere 5,1 Hektar durch bauliche Bodenbeanspruchung verloren.

Die kreative Umnutzung bereits bestehender Gebäude ist daher nicht nur aus wirtschaftlicher Überlegung sinnvoll, sondern auch in Bezug auf den Schutz unserer Umwelt. Sachsen ist und bleibt ein wundervolles Land, mit dichten Wäldern in der Sächsischen Schweiz sowie dem Erzgebirge und weiten Feldern im Norden. Jedes Konzept, das dieses grüne Landschaftsbild erhält, sollten wir mit offenen Armen unterstützen.

Euer Dirk Eckart