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Dor neuä Balgon uf dor Basdei

Bastei Balkon
Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Bekanntlich ist die Basteibrücke eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Sachsen. Viele Besucher berichten, dass man an den Landschaften der Sächsischen Schweiz gar nicht sattsehen kann. Und das, obwohl einer der schönsten und höchsten Aussichtspunkte knapp sieben Jahre lang für das Publikum nicht zugänglich war. An dieser Stelle, 190 Meter über dem Elbtal, ist nun die neue Aussichtsplattform entstanden und lädt Touristen aus Sachsen, Deutschland und der Welt wieder zum Besuch ein.

Herausforderung für Handwerk und Bau

Die Planungs- und Bauarbeiten an der Felskante haben nicht umsonst mehrere Jahre gedauert. Der erste Gedanke entstand noch bei Schließung der Anlage im Jahr 2016. 2019 wurde das Vorhaben konkretisiert und konnte nun 2023 realisiert werden. Auch wenn es uns manchmal scheint, dass die Bauprojekte hierzulande nur aus Tradition unendlich lang dauern, war der neue „Balkon Sachsens“ tatsächlich mit vielen Herausforderungen für das Handwerk verbunden. Schwieriger als bei jedem anderen Balkon hat es für die Bauarbeiten nicht nur die Höhe gemacht. Auch die Tatsache, dass inmitten eines Nationalparks gebaut werden soll, hat die Mittel massiv eingeschränkt. Das Ergebnis ist jedoch beeindruckend: Der neue Balkon schwebt über dem Fels und bietet die einzigartige Aussicht auf Bastei und Sächsische Schweiz an.

Die Bauweise: Ohne Gerüst, aber mit Rohrleitung

Zu Beginn musste das Gestein, auf dem die Plattform neu zu errichten war, gesichert werden. Schließlich lag die Sperrung der alten Terrasse am spröden Gestein der Felsen. Doch wie erreicht man diese am besten? Diskutiert wurde auch die Errichtung eines Gerüst-Systems. Die Höhe war zumindest am Anfang kein Ausschlusskriterium, da auch ähnlich hohe Kirchtürme bei Sanierung mit einem Gerüst versehen werden. Dem Gerüst wurde am Ende doch das Handwerk am Seil bevorzugt – die Höhenarbeiten übernahm ein Team der Industriekletterer. Der Beton für die Plattform wurde übrigens über eine 180 Meter lange Rohrleitung ganz nach oben transportiert.

Balkon mit weitem Blick

Anfang Februar war es so weit: Mit einer 20 x 3,5Meter großen Plattform hat Sachsen seinen Balkon wieder zurück. Die ersten Besucher konnten die Arbeit von Planern und Handwerk loben und die Aussicht reichlich genießen. Die Konstruktion hat keine ungewöhnliche Form- und Materiallösungen und passt sich deshalb besonders gut der Naturlandschaft an. Denn der Ausblick steht hier im Mittelpunkt und nicht die Plattform selbst – auch wenn diese wohl zum bekanntesten Balkon in Sachsen geworden ist.