Alle Beiträge von Walter Stuber & Dirk Eckart

Dor Colm bei Oschatz

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Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Dor Colm bei Oschatz 

In der malerischen Region um Oschatz in Sachsen erhebt sich majestätisch die Ruine der Colm und der imposante Albertturm, die nicht nur Geschichtsinteressierte, sondern auch Naturliebhaber und Motorradenthusiasten gleichermaßen faszinieren.

Die Geschichte der Colm reicht weit zurück ins Mittelalter. Als ehemaliger Wachturm diente sie strategisch als Schutz vor feindlichen Angriffen. Die beeindruckende Ruine erzählt von einer bewegten Vergangenheit und vermittelt einen faszinierenden Einblick in die Geschichte Sachsens.

Der Albertturm, ein weiteres markantes Wahrzeichen in Oschatz, thront erhaben über der Landschaft. Errichtet im 19. Jahrhundert zu Ehren des Prinzen Albert von Sachsen, bietet der Turm nicht nur historisches Ambiente, sondern auch einen atemberaubenden Ausblick auf die Umgebung. Der Aufstieg auf den Albertturm belohnt mit einer Panoramaaussicht, die die Schönheit Sachsens in all ihren Facetten offenbart.

Oschatz selbst, geprägt von einer reichen Handwerkstradition, spiegelt die Geschichte des sächsischen Handwerks wider. Die Restaurierung der Colm und die Erhaltung des Albertturms sind Zeugnisse dieser tief verwurzelten Handwerkskunst. Die Liebe zur Tradition und die Verbindung mit der Geschichte machen Oschatz zu einem einzigartigen Ziel.

Für Motorradenthusiasten bietet die Region um Oschatz ein Paradies auf zwei Rädern. Die kurvenreichen Straßen schlängeln sich durch idyllische Landschaften, und die Colm sowie der Albertturm werden zu markanten Punkten auf der Motorradroute. Die Kombination aus historischer Ruine und beeindruckenden Ausblicken macht Oschatz zu einem beliebten Ziel für Biker.

Die Colm und der Albertturm sind nicht nur steinerne Zeugen vergangener Zeiten, sondern auch lebendige Ausflugsziele für die ganze Familie. Der Spaziergang durch die Ruinen der Colm und der Aufstieg auf den Albertturm bieten nicht nur Einblicke in die Geschichte, sondern auch die Möglichkeit, die malerische Landschaft Sachsens zu genießen.

Oschatz, mit seiner einzigartigen Verbindung von Geschichte, Handwerk und Natur, ist mehr als nur eine Stadt in Sachsen – es ist ein Erlebnis. Die Colm und der Albertturm stehen als Symbole für die Vielseitigkeit dieser Region, die Besucher aus Nah und Fern gleichermaßen begeistert.

Insgesamt verkörpern die Colm und der Albertturm bei Oschatz die harmonische Verbindung von Geschichte, Handwerk und Natur. Ein Besuch in dieser malerischen Region Sachsens verspricht nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch einen Blick auf die Schönheit und Vielfalt der sächsischen Landschaft. Ob zu Fuß oder auf dem Motorrad – Oschatz und seine markanten Türme sind ein Muss für alle, die Geschichte und Natur gleichermaßen schätzen.

Mit Sächsischen Grüßen

Euer Walter Stuber & Dirk Eckart

Wer nischd waacht, kummd ni nach Waldheem

Bild: Dirk Eckart
Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Wer nischd waacht kummd ni nach Waldheem

Die Geschichte von Waldheim, einem kleinen Städtchen in Sachsen, ist eng mit dem örtlichen Gefängnis verbunden. Die Mauern des Gefängnisses erzählen Geschichten von vergangenen Zeiten, von Häftlingen, die hier ihre Strafe verbüßten. Doch Waldheim ist mehr als nur ein Ort der Haft; es ist ein Ort, an dem Geschichte, Handwerk und die Menschen miteinander verschmelzen.

Im 19. Jahrhundert wurden die Grundsteine des Gefängnisses gelegt, und seitdem haben die Mauern viel gesehen. Die Vergangenheit hallt durch die Gänge, aber heute ist Waldheim nicht nur ein Ort der Strafe, sondern auch ein Ort des Handwerks und der Tradition.

Das sächsische Handwerk blüht in Waldheim auf. Insassen nehmen an einem einzigartigen handwerklichen Projekt teil, bei dem sie zur Restaurierung historischer Möbel beitragen. In den Werkstätten wird geschliffen, gebeizt und poliert – eine wahre Vereinigung von Handwerkskunst und Tradition. Hier entstehen bleibende Zeugnisse sächsischen Handwerks mit Herz und Hand.

Aber das ist nicht alles. Inmitten der Mauern gibt es einen Chor, einen „Sträflings-Chor“. Die Insassen singen, als ob sie die Freiheit schon vor Augen hätten. Die Töne durchbrechen die kalten Wände, und für einen Moment vergisst man die harten Realitäten des Gefängnisalltags. Diese Musik ist ein Ausdruck von Leidenschaft und Lebensfreude, und sie macht Waldheim zu einer Stadt, die nicht nur aus Mauern besteht.

Waldheim selbst lebt und atmet Geschichte. Die Menschen hier sind stolz auf ihre Vergangenheit, und die Handwerkstradition durchzieht die Gassen wie ein roter Faden. In den Werkstätten werden nicht nur Möbel restauriert, sondern auch Meisterwerke geschaffen. Die Stadtgeschichte erzählt von den Menschen, die hier leben, von ihrer Gelassenheit und ihrer Liebe zum Handwerk.

Die Mauern des Gefängnisses mögen hart sein, aber die Menschen dahinter sind bunt. In Waldheim mischt sich sächsische Gelassenheit mit dem Drang nach Freiheit, Handwerkstradition mit modernem Leben. Die Stadt ist mehr als nur ein Ort der Strafe; sie ist ein Teil von Sachsen, in dem Geschichten erzählt werden und die Zukunft noch viele unbekannte Pfade bereithält.

Handwerk, Tradition, Geschichte und die Menschen von Waldheim formen eine einzigartige Melodie. In den Gassen der Stadt wachsen nicht nur Blumen in den Blumenkästen, sondern auch die Zukunft dieser sächsischen Perle. Die Geschichte von Waldheim ist eine Geschichte des Wandels, des Handwerks und vor allem der Menschen, die trotz der Mauern ein buntes Leben führen.

Waldheim ist mehr als ein Gefängnis. Es ist ein Ort, an dem die Vergangenheit lebendig ist, das Handwerk blüht und die Menschen ihre eigene Melodie spielen. In Sachsen gibt es viele Geschichten zu erzählen, und Waldheim trägt stolz seine eigene in die Welt hinaus. Glück auf!

Mit Sächsischen Grüßen

Dirk Eckart 

Neujahrsgrieße aus Sax´n

Bild Dirk Eckart deepA
Walter Stuber & Dirk Eckart
Allgemein

Iss das ni ’n Dräumchen? 

Dä ersten Morgen im neien Jahr, die Luft is frisch, undor dä Schuhe knirscht dä Erde – so start’n mor rischdsch dorsch! In so’n Momend dänkste: „Alles, was hint´n is, is Vergangenheit!“ Un dann guggste vorn und hasd nischd anders im Gobbe als neues Glück, Gesundheit, und bissel Spaß an dor Backe.

Die Silvester-Knallerei is rum, un es hat ordentlich gezischt und gerummst, nor?   Nu sitzt de ganze Rasselbande bei’n Teller voller Glücksschwein un Klößchen, un mir denken , wie’s im letzten Johr geloofen is.  Is was schief gegang? Is was scheenäs passiert? Ach, egal! Nu guggmer nach vorn, mach’n  dä nächsten Pläne, setz’n uns Ziele – ohne Drugg, ohne Sträss.

Un was´sch dir wünsch,  is ni bloß ’n volln Magen, sondern och’n warmäs Herz!  Möcht dir die Schatzkiste an Erfolgen, Glücksmomenten und Lachen dorzufüschen. Dazu noch’n großen Schlugg von gesund´n Ärgeiz, sächsischem Humor und jede Menge Zeit für Dinge, die wirgliche Bedeudung ham.

Du sollst nischt an dir rummägln und dei Hüftgold pflegen, sondern rausgehn und wast erlähm!  Sachen mach’n, die disch rischdsch happy mach’n – egal, ob alleene oder mit dor ganz´n Sippschaft. Däs Lähm is ne Party, un du bisd dor Hauptact! Un wenn mor ma uffn Rutsch ins neue Jahr guggn, denk dran: Neujahrsvorsätze sind so’n Ding für dä andern.

Mach was du für rischdisch hälst, ni was dä anderen deng´ng.  Und nu: Schreib ma dä nächsten Kapitel von deiner Gäschichdä ! Mit ’n bissl Glück und viel Herz krieg´mor das biddl Johr mit links hin.

In dies´m Sinne: Feier, lach und genieß ! Alles Gude für’s neue Jahr

Mit fröhlichem Grieß´n aus Sachsen

Walter Stuber & Dirk Eckart 

Dor Dräsdner Striezlmorschd

Dresdner Striezelmarkt
Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Wer kurz vor Weihnachten Dresden besucht, wird mit Sicherheit einen Besuch des Striezelmarktes einplanen. Der Markt ist nicht nur der älteste und einer der berühmtesten Weihnachtsmärkte in Weihnachten, Sachsen, Handwerker, Tradition, sondern Deutschlands. Die Geschichte des Striezelmarktes beginnt im Jahre 1434. Der sächsische Kurfürst Friedrich II. Genehmigte einen eintägigen Fleischmarkt vor Weihnachten. An diesem Tag konnten die Dresdner hier ihren Festtagsbratenauswählen. 1471 wurden erstmals das Backwerk in einer Rechnung erwähnt, welches dem Markt später seinen Namen geben sollte, erwähnt – dem „Striezel“. Dabei handelt es sich laut offizieller Beschreibung um ein „längliches Gebäck aus Hefe“. Was sich etwas kryptisch anhört, kennt man heute unter dem Namen Weihnachtsstollen. Allerdings lässt sich auch der Hefezopf als Striezel bezeichnen. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs der Markt immer weiter. So boten nach und nach auch Händler andere Leckereien in Ständen an. Und Handwerker aus dem Erzgebirge und Sachsen boten Holzspielzeug und weihnachtliche Dekorationen an.

Das bietet der Dresdner Striezelmarkt 

Normalerweise beginnt der Striezelmarkt Ende November und dauert bis Heiligabend. Jedes Jahr zieht er zahlreiche Besuchern an, die sich im historischen Zentrum der Stadt tummeln. Rund um den Altmarkt und die Frauenkirche sorgen wunderschön dekorierte Stände, tausende funkelnde Lichter und einer großen Auswahl an weihnachtlichen Waren für eine festliche Atmosphäre. Attraktionen sind die weltgrößte Stufenpyramide mit einer Höhe von 14,61Metern und einem begehbaren Schwibbogen. Natürlich gibt es auch weihnachtliche Musik und ein tägliches Programm für die ganze Familie. Für viele Sachsen ist es eine lieb gewonnene Tradition, vor Weihnachten den Striezelmarkt zu besuchen. Eine von den Sachsen lieb gewonnene Tradition ist die Figur des Pflaumentoffel. Dabei handelt es sich um eine Süssigkeit, die aus Backpflaumen von Handwerker hergestellt wird. Seinen Charme versprüht der Pflaumentoffel durch sein verschmitztes Gesicht, das unter dem Zylinder hervorlugt.

Tradition wird auf dem Markt hochgehalten 

Apropos TraditionHandwerker halten auf dem Markt die Tradition weihnachtliches Spielzeug und Dekorationen aus Holz anzubieten hoch. An den Ständen ist es aber auch Tradition gebrannte Mandeln, kandierte Äpfel, Bratwürste, selbstgebackene Kräppelchen und natürlich den weltberühmten Dresdner Stollen anzubieten. Ein weiteres Highlight ist das historische Riesenrad, von dem man den gesamten Markt überblicken kann. Gerade in den Abendstunden wenn der Markt erleuchtet ist freut man sich umso mehr auf Weihnachten. Eine besondere Wertschätzung bringt man dem Handwerk auf dem Onlineauftritt des Marktes entgegen. Hier können Interessierte dabei zusehen, wie die Handwerker den Striezelmarkt aufbauen.

Bereits seit fast 600 Jahren ist der Dresdner Striezelmarkt vor Weihnachten ein Anziehungspunkt für junge und alte Sachsen. Mit einem reichen Angebot von weihnachtlichen Spezialitäten und traditionellen Handwerk zieht der Markt seine Besucher in den Bann. Hier können Handwerker zeigen, was Ihre Gewerke so besonders und einzigartig macht. Und ohne einen Striezel sollte man den Striezelmarkt sowieso nicht verlassen, den man dann gemütlich mit Kaffee oder Tee genießen kann. 

Frohe Weihnachten wünschen euch  Dirk Eckart & Walter Stuber

Däs Völkie in Leibzsch

Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig ist nicht nur das größte Denkmal Deutschlands, sondern auch eines der bekanntesten. Dabei waren die Leipziger vor dem Baubeginn überhaupt nicht begeistert, dass das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig gebaut wird. Denn für sie war es steingewordenes Zeichen der Niederlage. Mittlerweile haben die Leipziger aber ihren Frieden mit dem liebevoll genannten Völki geschlossen. Aber der Reihe nach.

Die Vorgeschichte des Völki

Das 19. Jahrhundert war für Europa ein Jahrhundert der Kriege. Vor allem die Franzosen unter Napoleon sorgte für Unruhe. Mit seinen Verbündeten versuchte Napoleon Bonaparte ein gesamteuropäisches Reich aufzubauen. Eine Allianz aus Russland, Österreich, Preußen und Schweden stellten sich diesen Plänen entgegen. So kam es 1813 zur Völkerschlacht bei Leipzig, bei der über 600.000 Soldaten aus 12 Ländern aufeinandertrafen. Unglücklicherweise stand das Königreich Sachsen auf der Seite Napoleons und damit auf der Verliererseite und musste größere Gebiete an Preußen abgeben.

Planung, Baubeginn und Errichtung

Bereits kurz nach der Schlacht gab es Pläne zur Errichtung des Denkmals. Aber erst zum 50. Jahrestag war man in Sachsenbereit, ein Denkmal zu errichten. Ein Grundstein wurde zwar gesetzt, aber es kam noch nicht zum Bau. Erst 1895 und 1896 wurden zwei Ideenwettbewerbe zur Gestaltung ausgerufen. Allerdings blieben die Ideen unberücksichtigt und ein Auftrag zur Gestaltung ging an den Berliner Architekten Bruno Schmitz. Nach dessen Entwürfen begann 1898 tatsächlich der Bau des Völkis in Sachsen mit der Setzung eines zweiten Grundsteins. Bei der Errichtung nutzte das Handwerk für die damalige Zeit recht neue Materialien. So besteht das Denkmals zu 90 Prozent aus der aus Eisenportlandzement angemischt wurde. Für die Verkleidung wurden rund 26.500 Steinblöcke aus Beuchaer  Granitporphyr aus Sachsen durch das Handwerk bearbeitet. Innerhalb und außerhalb des Denkmals versinnbildlichen zahlreiche Statuen und Reliefs die gefallenen Soldaten. Insgesamt hat das Denkmal eine bebaute Fläche von 70 mal 80 Meter und ist 91 Meter hoch. Für die Erbauung wurden durch das Handwerk 120.000 Kubikmeter Beton verwendet. Der Bau dauerte 15 Jahre und trotz der monumentalen Ausmaße beschäftigte das Handwerk im Schnitt nur 40 Arbeiter gleichzeitig für den Bau. Die Einweihung erfolgte 1913 in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II, Fürsten und Oberhäuptern zahlreicher Staaten.

Heutige Situation des Völkerschlachtdenkmals

Von 2003 bis 2017 wurde das Völkerschlachtdenkmal durch das Handwerk aufwendig saniert. Zum Teil wurden auch Gebäudeteilerekonstruiert, wie die im 2. Weltkrieg zerstörten Glasfenster oder der Aufzug von der Krypta zum Außenrundgang. Heute ist das Völkerschlachtdenkmal die wichtigste Sehenswürdigkeit von Leipzig und Sachsen und wird jährlich von etwa 300.000 Menschen besucht. Erreichbar ist es durch einen 10-minütigenFußweg von der S-Bahnhaltestelle „Völkerschlachtdenkmal“, einem Park+Ride-Parkplatz direkt am Gelände oder dem Hop on-Hopoff-Sightseeingbus, der durch Leipzig verkehrt. 

Euer Dirk Eckart 

Dä Ässä in Chemnitz

Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Fragt man Chemnitzer nach dem bekanntesten Bauwerk der Stadt, werden viele den roten Turm, das Karl-Marx-Denkmal und das Doppelrathaus nennen. Nicht wenige werden aber auch von der „Ässä“ reden. Jetzt könnte man sich fragen, was hat das Essen in Chemnitz mit einem Bauwerk zu tun? Hat man hier irgendeiner Spezialität aus Sachsen etwa ein Denkmal errichtet? Ist der Tourist verwirrt, wird der Chemnitzer wahrscheinlich in eine Richtung zeigen. Blickt man in diese Richtung, sieht man einen riesigen Schornstein – und dieser ist gemeint.

Was sich im ersten Moment nämlich wie „das Essen“ anhört, wird schlicht als „die Esse“ übersetzt. Gemeint ist der Schornstein des Heizkraftwerk Nord. Das von den Chemnitzer nauch liebevoll „Schorsch“, „Lulatsch“ oder „Buntstift“ genannte Bauwerk ist der höchste in Betrieb befindliche Schornstein in Sachsen , sondern Deutschlands. Mit dem Bau des Schornstein wurde durch das Handwerk 1979 begonnen. Seit der Fertigstellung 1984 ragt das Bauwerk 301,80 Meter über die Dächer von Chemnitz. Allerdings war zu dieser Zeit noch nicht daran zu denken, dass aus dem „Lulatsch“ einmal ein Wahrzeichen der Stadt werden sollte.

2013 kam man auf die Idee, dem Riesen aus grauem Beton ein freundliches Aussehen zu geben. Für diese Aktion wurde der französische Künstler Daniel Burenausgewählt. Buren ist vor allem für seine großflächigen Arbeiten mit Farbfeldern bekannt. Ein solches Konzept wurde auch für den Schornstein in Sachsen geplant und durch das örtliche Handwerk umgesetzt. Das Konzept sah einen bunten Anstrich aus sieben Farbsegmenten vor. Außerdem wurde eine Lichterkette aus 1200 LED-Leuchten schraubenförmig um den Schornstein verlegt. Die Lichterkette musste jedoch wenige Monate später wieder entfernt werden, da eindringendes Wasser immer wieder für technische Probleme sorgte.

Das Handwerk in Sachsen wäre aber nicht das Handwerk , wenn es einfach aufgegeben hätte. Auf den Monat genau drei Jahre später unternahm man einen weiteren Versuch, die farbige Beleuchtung anzubringen. Und dieses Mal sollte es gelingen. Am 13. Oktober 2017 wurde die Beleuchtung eingeschaltet und Dä Ässä damit zum höchsten Gesamtkunstwerk der Welt. Die Chemnitzer sind so stolz auf ihren „Buntstift“, dass Sie ihm sogar einen Schlager gewidmet haben. Der Sänger „SchlagaMike“ – ja, er schreibt sich genau so – hat 2021 den Song „Du bist der Größte“ veröffentlicht. Auf YouTube kann man sich das Lied anhören und selbst entscheiden, ob das Farbkonzept des Schornsteins in Schamrot geändert werden sollte.

Euer Dirk Eckart

Bautzen dä siedlichste Stadt in Sachsn

Bautzen
Walter Stuber & Dirk Eckart
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Bautzen dürfte wohl eine der Städte Deutschlands sein, deren Namen man schon einmal gehört hat. Viele können aber dann doch nicht so richtig einordnen, wo die Stadt eigentlich liegt. Bautzen ist die südlichste Stadt des Freistaats Sachsen. Sie liegt in der Oberlausitz an der Spree und war einmal die Hauptstadt dieser Region.

Zu verdanken hat die Stadt diese Bekanntheit vor allem dem Bautz’ner Senf. In den östlichen Bundesländern ist der Senf aus Bautzen uneingeschränkter Marktführer mit 70 Prozent Marktanteil. Doch auch in den alten Bundesländern weiß die Delikatesse aus Bautzen zu schätzen. Gefertigt wird der Senf nach einem alten Rezept im modernen Handwerk. So werden die Senfkörner sehr fein gemahlen und der verwendete Essig noch selbst produziert. Der Senf hat so einen hohen Stellenwert für die Stadt, dass jedes Jahr im gesamten August die „Bautz’ner Senfwochen“ stattfinden.

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten von Bautzen gehört das ehemalige Domstift, das sich nördlich des Doms befindet. Heute beherbergt es die Domschatzkammer St. Petri und das Archiv des Bistums Dresden-Meißen. Steht man im Hof des Domstiftsund blickt nach oben, sieht man aus einem der Schornsteine eine Figur herausragen. Bautzen beherbergte im Mittelalter über 100 Brauereien. Doch diese waren den Domherren nicht gut genug und man ließ sich das Bier aus der Mönchsberger Brauerei kommen. Das erzürnte die Bautzener so sehr, dass sie das Domstift stürmten. Die meisten Domherren konnten rechtzeitig fliehen. Nur der Dekan Widerin hatte nicht so viel Glück. Aus Angst versteckte er sich in einem der Schornsteine, schaute oben heraus und rief um Hilfe. Da jedoch niemand auf seine Rufe reagierte, verwandelte er sich am dritten Tag aus Angst zu Stein.

Da die Altstadt weitgehend von Zerstörungen verschont geblieben ist, findet sich hier ein beeindrucktes Ensemble aus historischen Bauten. Am südwestlichen Ende der Altstadt befindet sich die Alte Wasserkunst, die im Mittelalter die Wasserversorgung der Stadt diente. Zusammen mit der daneben gelegenen Petrikirche ist das Gebäudeensembleheute das Wahrzeichen der Stadt. Eine Besonderheit stellt der Bautzener Dom dar. Es handelt sich um eine der wenigen Simultankirchen, die von Katholiken und Lutheranern gemeinsam genutzt werden. Die beiden Bereiche sind durch Gitter voneinander getrennt.

Ein nicht ganz so lustiges Kapitel der Stadtgeschichte ist mit dem Bautzener Gefängnis verbunden. Während der Sowjetdiktatur nach dem 2. Weltkrieg und zu Zeiten des DDR-Regimes wurden hier zahlreiche politische Gefangene inhaftiert. An diese Periode erinnert heute eine Gedenkstätte, die im ehemaligen Gefängnis „Bautzen II“ eingerichtet wurde.

Bautzen ist auch das kulturelle Zentrum der Sorben. In der Stadt finden sich zahlreiche Museen und Institutionen, die über die Geschichte und Kultur dieser slawischen Volksgruppe informieren. In einigen Restaurants werden traditionelle Gerichte der sorbischen Küche angeboten. Wer möchte, kann hier eine traditionelle sorbische Suppe probieren. Für das sorbische Hochzeitsmenü muss man hier auch sicherlich nicht erst heiraten.

Euer Dirk Eckart

Dor Ries´n Stiefl aus Leisnisch oder Debln

Dor Ries´n Stiefl aus Leisnisch
Walter Stuber & Dirk Eckart
Ausflugsziele

Die Rivalitäten zwischen einzelnen Städten werden immer seltener ein Thema in der deutschen Presse. Und wenn, dann geht es meistens um die Metropolen: Köln gegen Düsseldorf oder Mannheim gegen Ludwigshafen. Dass zwei Kleinstädte in Mittelsachsen, nämlich Döbeln und Leisnig, im ähnlichen Kontext erwähnt werden können, haben sich deren Bewohner kaum vorgestellt. Was könnte da der Grund sein? Nicht mehr und nicht weniger: Ein Stiefel der Schuhgröße 330.

Die Stadt Döbeln darf den Zunamen Stiefelstadt tragen und darauf stolz sein, den Stiefelkrieg gewonnen zu haben. So hat die lokale Presse die Ereignisse von 2012 beschrieben. Damals wurde nämlich ein Riesenstiefel, der 1925 in Döbeln gefertigt wurde, wieder der Stadt übergeben. Sie fragen sich, wer hätte den riesigen Stiefel bestellt? Tatsächlich keiner, sondern wollte damit das Handwerk auf die traditionsreiche Geschichte der Schuhmacherei in der Stadt aufmerksam machen. Trotz der imposanten Vorstellung des Stiefels ist er nach einigen Zeit in Vergessenheit geraten. Erhalten geblieben ist er dank Bemühungen der Bürger aus Leisnig, die ihn in ihre eigene Stadt geholt und sich um den Riesenstiefel jahrelang treu gekümmert haben.

Nach der politischen Wende wurden die Stimmen aus Döbeln immer lauter: Man wollte den rekordverdächtigen Stiefel zurückhaben. Die Reaktion? 1996 haben Leisniger jeden Rekordgeschlagen, als die dortige Schuhmacherei einen noch größeren Stiefel gefertigt hat. Dass es sich bei diesem Stiefel und nicht dem aus Döbeln um größten der Weld handelt, ließ man sogar vom Guinnessbuchbescheinigen. Dass die Döbelner entsetzt waren, ist wohl zu wenig gesagt. Der mögliche Rekord war nun weg und der alte Stiefel noch lange nicht in der Heimat: Erst 16 Jahre später wurde er nach Döbeln transportiert.

Bloß gewartet haben die Döbelner all die Jahre allerdings nicht. 2003 hat ein Schuhmeister aus Döbeln den zweiten Riesenstiefel vorgestellt. Dieser war 3,9 Meter hoch und damit noch höher als der Stiefel von 1925. Der Leisniger Rekord-Stiefel ist aber trotzdem am höchsten: 4,9Meter hoch und 439 Kilo schwer ist der Riese. Der Schuhmeister musste für den Stiefel sogar das Dach seiner Werkstatt opfern, damit dieser reinpasst.

Im Stiefelkrieg scheinen die beiden Parteien gewonnen zu haben. Die Döbelner haben ihren alten historischen Riesenstiefel zurück und sogar noch einen neueren dazu. Die Leisniger haben ihren Weltrekord und ein Museum für den Riesenstiefel. Und was die beiden Städte gemeinsam haben, ist die reiche Tradition des Schuhhandwerks, die hinter all den Riesenstiefeln steht und auf welche die ganze Region zweifelsohne stolz sein kann.

Euer Dirk Eckart

Dä Pfärdebahn in Debln

Pferdebahn in Döbln
Walter Stuber & Dirk Eckart
Allgemein

Der historische Markt, die malerische Altstadt, das imposante Rathaus: Gibt es etwas, was diese traumhafte Kulisse noch ergänzen könnte? Die Stadt Döbelnin Mittelsachsen hat ja gesagt – und die historische Pferdebahnwieder auf die Straße gebracht. Aber keine Sorge: Die Pferdebahndient hier nicht als Verkehrsmittel, sondern bieten nur wenige touristische Fahrten an – damit die Wohle der Tiere nicht gefährdet wird. Und für alle Ästhetik-Fanswird jede solche Fahrt zum wahren Erlebnis.

Die Geschichte der Döbelner Pferdebahn beginnt im Jahr 1892. Zu diesem Zeitpunkt ist Döbeln bereits zu einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt in Sachsen geworden. Die Verbindungen nach Riesa und Chemnitz, später auch nach Dresden und Leipzig, beleben die Wirtschaft der Stadt und fördern hier das Handwerk wie auch die Industrie. Ein Problem gibt es aber immer noch: Der Bahnhof liegt etwas abseits des Stadtkerns und ist für die Bewohner der Stadt nicht so leicht zu erreichen. Als Lösung werden letztendlich die Schienen auch auf den städtischen Straßen verlegt. Sie verbinden das Zentrum der Stadt durch eine circa 3 Kilometer lange Linie mit dem Bahnhof.

Zum Zeitpunkt des Baus werden die elektrischen Straßenbahnen in Berlin zwar schon seit 12 Jahren betrieben, die Pferdebahnen bleiben jedoch deutlich weiter verbreitet. So auch in Döbeln entscheidet man sich für die etablierte Zugkraft. Die Pferdebahnwird ihre Fahrgäste bis 1926 befördern und als eine der letzten in Deutschland ihren Betrieb einstellen. Gegen Elektrizität wird auch zum zweiten Mal entschieden, als Omnibusse die Passagierbeförderung übernommen haben.

Doch die Döbelner haben ihre geliebte Pferdebahn nicht vergessen. Vielmehr konnte durch Bemühungen der lokalen Initiative im Jahr 2006 eine Teilstrecke der alten Pferdebahn wieder aufgebaut werden. Seit 2007 veranstaltet Döbelner Pferdebahn e. V. regelmäßige Fahrten durch die Innenstadt. Möchten auch Sie die Geschichte hautnah erleben? Zurzeit werden die Fahrten jeweils am ersten Samstag der Monate Mai bis Oktober angeboten. Döbeln erreicht man sowohl von Dresden als auch von Leipzig kommend in weniger als eine Stunde mit dem Auto.

Übrigens: Ganzjährig geöffnet ist in Döbeln das Deutsche Pferdebahnmuseum. Der Besuch lohnt sich sowohl ergänzend zu einer historischen Fahrt als auch unabhängig davon. Wer gerne mehr über Pferdebahnen in Sachsen und außerhalb erfahren will, sollte hier unbedingt vorbeischauen.

 

Euer Dirk Eckart

Dä Rakotzbrigge in Kromlau

Rakotzbrücke in Kromlau
Walter Stuber & Dirk Eckart
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Haben Sie schon etwas von Teufelsbrückengehört? Als solche bezeichnet man nämlich solche Brücken, welche dank ihrer schlanken Konstruktion im Spiegelbild fast einen perfekten Kreis bilden. Früher glaubten viele, dass nur der Teufel auf diese Weise bauen konnte. Die perfekte Form ist natürlich nicht dem Teufel zu verdanken, sondern dem Handwerk und der Baukunst. Eine der bekanntesten Teufelsbrücken Deutschlands findet man in Sachsen. Die Rakotzbrücke in Kromlau im Nordosten von Sachsen ist mit ihrem filigranen Bogen und einzigartiger Steinkonstruktion jedenfalls einen Besuch wert – unabhängig davon, ob man mehr an den Teufel oder ans Handwerk glauben will.

Die geheimnisvollste Brücke von Sachsen

Die Brücke befindet sich in einem Landschaftspark am malerischen Rakotzsee. Der Park ist im 19. Jahrhundert im Auftrag eines Rittergutsbesitzers aus Sachsen erbaut worden und für seine Gartenarchitektur im romantischen Stil bekannt. Dabei ist auch eine der bekanntesten Brücken von Sachsen zwischen 1866 und 1875 entstanden. An einer engen Stelle verbindet sie die beiden Ufer von Rakotzsee, allerdings nicht auf eine ganz gewöhnliche Weise. Das Handwerk der Steinmetze hat für elegante Steingrotten auf beiden Seiten der Brücke gesorgt und die Brücke selbst als perfekten Bogen über dem See ausgeführt. Die Bauform verleiht dem Ort eine mysteriöse Atmosphäre, der die Rakotzbrücke ihre Berühmtheit in Sachsen und darüber hinaus verdankt.

Die Rakotzbrück ein neuem Glanz: Das Handwerk machtses möglich

Das Handwerk hat im Jahr 2017 übrigens ein weiteres Mal seine wichtige Rolle gespielt, als mit der umfassenden Sanierung der Rakotzbrücke begonnen wurde. Eine der Grotten war nämlich schon 1956 eingestürzt und auch der Brückenbogen war mittlerweile nicht mehr in bester Kondition. 150 Jahre nach dem Bau der Brücke stand das Handwerk fast vor gleichen Herausforderungen wie damals und hat diese erneut mit Erfolg gemeistert. Die Rakotzbrücke ist in seiner alten Form wieder da und bei den zahlreichen Besuchern beliebt. Die Brücke ist eins der bekanntesten Fotomotive von Oberlausitz und ganz Sachsen und lockt hierher die Touristen aus der ganzen Welt.

Eines ist dem Handwerk allerdings nicht gelungen: Die Rakotzbrücke ist auch nach der Sanierung nicht begehbar. Diese Entscheidung wurde zugunsten der authentischen Form getroffen, die bei der Sanierung zu erhalten galt. Die Besucher nehmen das dem Handwerk scheinbar nicht übel: Ohne Fußgänger gelingen die Fotos noch besser – und das ist schließlich für die meisten der Grund, nach Kromlau in Sachsen zu reisen.

Euer Dirk Eckart