Dor Dräsdner Stolln

Dresdner Stollen
Walter Stuber
Allgemein

Dresdner Stollen – der köstlichste Grund für einen Sachsen-Besuch zu Weihnachten

Ein wohliges Heimatgefühl verbindet nahezu jeden Sachsen mit dem traditionsreichen Dresdner Stollen. Das ganze Jahr warten wir voller Vorfreude auf Weihnachten, wenn wir endlich wieder in den aromatisch süßen Teig des Striezels beißen dürfen. Für seine Reinheit haben mittelalterliche Bäcker in Dresden gekämpft und Kurfürsten wurden für ihn zu Bittstellern beim Papst.

Original Dresdner Stollen nur aus Dresden

Kaum etwas erinnert uns Sachsen mehr an Weihnachten, als der unvergleichliche Geschmack Original Dresdner Stollens. Nicht zuletzt liegt das an dem harten Kampf, den unsere Vorfahren um den Erhalt der Qualität und gegen billige Nachahmungen geführt haben.

Sie flehten Kurfürsten Ernst und August an, gegen das päpstliche Butterbackverbot von 1450 einzuschreiten. Erst nach Jahren hatte Papst Innozenz VIII. ein Einsehen und erteilte den Bürgern von Dresden schließlich eine Ausnahmegenehmigung. Endlich durften die Sachsen ihren Striezel wieder mit echter Butter genießen, anstatt auf Leinen- oder Rübenöl auszuweichen.

Selbst die Namensrechte verteidigten sächsische Bäcker erfolgreich zur Sicherung der geografischen Herkunftsangabe auf europäischer Ebene. Daher dürfen sich zu Weihnachten alle Genießer darüber freuen, dass Original Dresdner Stollen wirklich aus Dresden stammt.

Was den echten Striezel auszeichnet

Das Backhandwerk hat Jahrhunderte an dem perfekten Rezept für den Weihnachtsstollen gearbeitet, bis Qualität und Tradition in Einklang standen. Die traditionelle Einbuchtung in der Mitte erinnert an das gewickelte Christkind in der Krippe. Über diese Mulde sickert die süße Zucker-Butter Masse in den Teig ein.

Einen fluffig weichen Teig werden Dresden-Besucher auf dem Striezelmarkt vergeblich suchen. In Sachsen mögen wir den Stollen massig und feucht, damit er seine Frische während der gesamten Adventszeit erhält. Zudem ist der Zuckeranteil gering, da seine leckeren Sultaninen sowie das Zitronat und Orangeat viel Süße mit sich bringen.

Ein Fluch mit süßem Ausweg

Einige alte Legenden in Sachsen drehen sich um das schwierige Handwerk des Stollen-Backens. So droht eine davon den hart arbeitenden Hausfrauen, dass sie schreckliches ereilen werde, wenn ihr Striezel zerbricht oder der Hefeteig beim Backen nicht aufgeht. Dem Fluch konnte nur entgehen, wer im darauffolgenden Jahr ein volles Dutzend verschiedener Stollen verkostet.

Für ihren pfiffigen Verstand waren und sind die Hausfrauen aus Dresden bekannt. Ob an dem Fluch etwas dran ist oder er eine schlaue Ausrede zum Naschen ist, darf jeder für sich entscheiden. Bei einem Dresden-Besuch im Advent lohnt sich in jedem Fall ein Besuch der sächsischen Stollenbäckereien. Frohe Weihnachten.

Ihr Dirk Eckart

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