Bautzen dä siedlichste Stadt in Sachsn

Walter Stuber & Dirk Eckart
Allgemein

Bautzen dürfte wohl eine der Städte Deutschlands sein, deren Namen man schon einmal gehört hat. Viele können aber dann doch nicht so richtig einordnen, wo die Stadt eigentlich liegt. Bautzen ist die südlichste Stadt des Freistaats Sachsen. Sie liegt in der Oberlausitz an der Spree und war einmal die Hauptstadt dieser Region.

Zu verdanken hat die Stadt diese Bekanntheit vor allem dem Bautz’ner Senf. In den östlichen Bundesländern ist der Senf aus Bautzen uneingeschränkter Marktführer mit 70 Prozent Marktanteil. Doch auch in den alten Bundesländern weiß die Delikatesse aus Bautzen zu schätzen. Gefertigt wird der Senf nach einem alten Rezept im modernen Handwerk. So werden die Senfkörner sehr fein gemahlen und der verwendete Essig noch selbst produziert. Der Senf hat so einen hohen Stellenwert für die Stadt, dass jedes Jahr im gesamten August die „Bautz’ner Senfwochen“ stattfinden.

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten von Bautzen gehört das ehemalige Domstift, das sich nördlich des Doms befindet. Heute beherbergt es die Domschatzkammer St. Petri und das Archiv des Bistums Dresden-Meißen. Steht man im Hof des Domstiftsund blickt nach oben, sieht man aus einem der Schornsteine eine Figur herausragen. Bautzen beherbergte im Mittelalter über 100 Brauereien. Doch diese waren den Domherren nicht gut genug und man ließ sich das Bier aus der Mönchsberger Brauerei kommen. Das erzürnte die Bautzener so sehr, dass sie das Domstift stürmten. Die meisten Domherren konnten rechtzeitig fliehen. Nur der Dekan Widerin hatte nicht so viel Glück. Aus Angst versteckte er sich in einem der Schornsteine, schaute oben heraus und rief um Hilfe. Da jedoch niemand auf seine Rufe reagierte, verwandelte er sich am dritten Tag aus Angst zu Stein.

Da die Altstadt weitgehend von Zerstörungen verschont geblieben ist, findet sich hier ein beeindrucktes Ensemble aus historischen Bauten. Am südwestlichen Ende der Altstadt befindet sich die Alte Wasserkunst, die im Mittelalter die Wasserversorgung der Stadt diente. Zusammen mit der daneben gelegenen Petrikirche ist das Gebäudeensembleheute das Wahrzeichen der Stadt. Eine Besonderheit stellt der Bautzener Dom dar. Es handelt sich um eine der wenigen Simultankirchen, die von Katholiken und Lutheranern gemeinsam genutzt werden. Die beiden Bereiche sind durch Gitter voneinander getrennt.

Ein nicht ganz so lustiges Kapitel der Stadtgeschichte ist mit dem Bautzener Gefängnis verbunden. Während der Sowjetdiktatur nach dem 2. Weltkrieg und zu Zeiten des DDR-Regimes wurden hier zahlreiche politische Gefangene inhaftiert. An diese Periode erinnert heute eine Gedenkstätte, die im ehemaligen Gefängnis „Bautzen II“ eingerichtet wurde.

Bautzen ist auch das kulturelle Zentrum der Sorben. In der Stadt finden sich zahlreiche Museen und Institutionen, die über die Geschichte und Kultur dieser slawischen Volksgruppe informieren. In einigen Restaurants werden traditionelle Gerichte der sorbischen Küche angeboten. Wer möchte, kann hier eine traditionelle sorbische Suppe probieren. Für das sorbische Hochzeitsmenü muss man hier auch sicherlich nicht erst heiraten.

Euer Dirk Eckart

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